vVLN – 4. Saisonlauf – Die Ruhe vor dem Sturm?

Manuel Allgemein, iRacing, SimRacing Deutschland

[Nürburg] – Die Serie ist gerissen: erstmals geht RSO nicht mit allen Fahrzeugen in Grid 1 an den Start. Ausgerechnet die Speerspitze des Teams fiel dem hohen Konkurrenzdruck in der GT3-Klasse zum Opfer und geht am kommenden Freitag lediglich in Grid 2 an den Start. Weiterhin steigende Anmeldungen in der größten deutschen Langstreckenserie sowie der neue Reifenlieferant und das neue Einsatzfahrzeug verschärften dabei die Rahmenbedingungen für die vier RSO-Fahrzeuge.

Auch zum vierten Saisonlauf der AVIA vVLN by SimRacing Deutschland meldeten rund 100 Teams mit mehr als 200 Piloten ihre Fahrzeuge und beweisen, dass die Langstreckenserie das höchste Niveau, mit dem sie gestartet ist, auch halten kann. Der vierte Lauf nimmt dabei aus zwei Gründen eine besondere Rolle ein: einerseits beginnt nun allmählich der stetige Aussiebprozess in Hinblick auf die Meisterschaft und andererseits haben die Piloten während den vier Rennstunden das letzte Mal die Möglichkeit ihre Fahrzeuge unter Rennbedingungen zu testen, bevor der Tross in nur drei Wochen zum absoluten Saisonhighlight antritt: den 24 Stunden vom Nürburgring.

Dementsprechend zahlreich zeigten sich die Fahrer auch beim Pre-Qualifying zum vierten Saisonlauf, was den Konkurrenzkampf auf ein bisher unerreichtes Niveau hievte. Gewürzt mit den bereits angesprochenen Neuerungen verschoben sich die Kräfteverhältnisse dabei erheblich und einige Top-Teams hatten sichtlich Schwierigkeiten sich mit den neuen Reifen oder dem neuen Einsatzfahrzeug zurecht zu finden, oder beides.

 

Mit neuem Boliden auf dem Boden der Tatsachen gelandet

Erstmals hat es die #117 es nicht geschafft, sich für das erste Grid zu qualifizieren. In 8:00,745 Minuten fehlten rund sieben Zehntel für einen Startplatz im GT3-Feld des ersten Grids. Lange Zeit kämpften die Piloten dabei mit der Abstimmung ihres neuen Einsatzfahrzeuges. Der Audi RSO8 LMS GT3 stellte die Fahrerbesetzung vor erhebliche Schwierigkeiten und erst in den letzten Tages vor Ablauf der Deadline begannen die Zeiten endlich zu purzeln. Doch leider nicht genug, auch wenn die Cut-Off-Zeit erstmals wieder über der magischen 8-Minuten-Marke lag und damit über eine Sekunde langsamer war, als noch beim letzten Lauf. Zwar befindet sich das Team in bester Gesellschaft mit anderen Top-Teams wie 1ROW-Simsport oder Pure Racing Team, angesichts der großen Hoffnungen, die man in das neue Einsatzfahrzeug gelegt hatte, ist dieses Ergebnis jedoch zunächst ein Rückschlag für die Ambitionen der jungen Fahrerbesetzung.

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Anlaufschwierigkeiten: im neuen Einsatzfahrzeug lief es zunächst noch nicht so wie erhofft. In Grid 2 soll nun eine Wildcard her.

 

iRacing Debut des nächsten Top-Piloten: Thomas Lifke verstärkt die #117

Doch was zunächst wie eine Niederlage aussieht, kann sich schneller als ein Glückfalls erweisen, als manche nun denken mögen: Nach Patrick Langkau feiert nämlich an diesem Freitag der nächste wohlbekannte und unglaublich talentierte Rennfahrer seine RSO-Premiere in iRacing: Thomas Lifke verstärkt Hauke und Manuel im GT3-Boliden. Welche Qualitäten er mitbringt zeigte er dabei bereits im Pre-Qualifying, als er die schnellste der drei Qualifikationszeiten aufs Parkett zaubern konnte. Ungeachtet der fehlenden Erfahrung und dem alles andere als optimalen Setup für den Audi zündete er somit gleich wieder einen Funken Hoffnung, dass es für den Rest der Saison sowie für das 24-Stunden-Rennen wieder steil bergauf gehen kann. Genährt wird diese Hoffnung außerdem auch durch die gestern bekannt gewordene Entwicklungspartnerschaft zwischen Rennsport Online und dem Audi Zentrum Krefeld der Tölke + Fischer Gruppe aus Krefeld. Im exklusiven Design des neuen Sponsors und mit Hilfe deren technischen Kompetenz arbeitet das Team mit seinem Fahrertrio eifrig weiter an der Abstimmung des Audi RSO8 LMS GT3. Da kommt es also gerade recht, dass man unter dem Radar an der Rennpace arbeiten kann. Und wer weiß, für ein Podium in Grid 2 gibt es ja bekanntlich Wildcards für den nächsten Lauf.

 

War da was? RSO dominiert die Mazda-Cup-Klasse

Ein neues Einsatzfahrzeug gibt es jedoch nicht nur für die #117: auch die beiden Mazda MX5 wurden durch die neue Global-Variante des japanischen Automobilherstellers ersetzt. Rund 120 Kilogramm weniger bringen die kleinen Flitzer auf die Waage und warten außerdem auch mit einer rundum überarbeiteten Aerodynamik und Fahrwerksabstimmung auf: damit sind sie deutlich schneller als ihr Vorgänger und doch stellten die neuen MX5-Renner die Teams der vVLN vor große Herausforderungen.

Gut nur, dass “unfahrbar” für die #397 mit Stephan, Tobi und Elmar sowie die #398 mit Alex, Patrick und Hendrik ein Fremdwort ist: überlegen stellten die sechs RSO-Piloten die beiden neuen Mazda auf die Pre-Qualifying-Plätze eins und zwei! In 9:48,194 Minuten für die #397 und 9:49,662 Minuten für die #398 durchbrachen beide Teams nicht nur die magische 9:50-Minuten-Schallmauer sondern distanzierten mit diesem bisherigen Pre-Qualifyingrekord auch die Konkurrenz um Welten: erst 2,2 Sekunden – in Worten zwei Komma zwei Sekunden!!! – dahinter folgt die Konkurrenz. Das abwesende Team Potato, zugleich der größte Konkurrent um die Klassenvorherschaft, konnte im Pre-Qualifying zwar einigermaßen mithalten, muss jedoch durch einen Meldefehler von außen zuschauen, wenn Team RSO als Topfavorit in den vierten Saisonlauf startet. Kann RSO den Sieg aus dem letzten Rennen gar wiederholen?

 

Dezimiert und trotzdem Spitze: RSO Ruf C-Spec sinnt nach Wiedergutmachung

In Abwesenheit von Philipp Schallenberg bestreiten Tino und Angelo den vierten Saisonlauf in ihrem Ruf C-Spec. Trotz dieser Schwächung in der Fahrerbesetzung zeigten die beiden im Pre-Qualifying, dass mit ihnen zu rechnen ist: in 8:20,804 Minuten landeten sie mit nur einer Zehntel Rückstand auf Rang zwei in ihrer Klasse und bewiesen damit auch, dass man trotz der neuen Pirelli-Reifen ein konkurrenzfähiges Setup gefunden zu haben scheint. Nachdem die #297 im zweiten Lauf noch den ersten iRacing-Sieg der RSO-Geschichte einfahren konnte, bedeutete ein unverschuldeter Unfall beim letzten Lauf das Aus und einen herben Rückschlag im Kampf um die Klassen- und Gesamtwertung. Beide Piloten sind hingegen jedoch auf einem gleichen Zeitenniveau angekommen, was über die Renndistanz sicherlich ein klarer Vorteil sein dürfte, sodass der Wiedergutmachung des letzten Rennens nichts im Wege stehen dürfte.

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Wollen dieses Mal wieder das tun, was sie am Besten können: der Konkurrenz das wunderschöne RSO-Heck zeigen 

 

Der vierte Saisonlauf als Richtungsweiser?

Nach Rang zwei im ersten und dem Sieg im zweiten Rennen, kommt dem vierten Saisonlauf nach dem bitteren Aus im letzten Rennen eine besondere Bedeutung für die #297 zu: Gelingt es der Fahrzeugbesetzung sich mit einer Spitzenplatzierung zurückzumelden? Ausgerechnet in diesem wegweisenden Rennen müssen Tino und Angelo auf ihren Mitstreiter verzichten, was jedoch keinesfalls bedeutet, dass dieses Unterfangen aussichtslos wäre. Beide Piloten zeigen sich dieser Tage in Topform und haben das Cockpit des Ruf C-Spec als ihren liebsten Arbeitsplatz lieb gewonnen. Wer das Duo unterschätzt wird sich wundern.

Nicht weniger wichtig wird dieses Rennen für das zweite ganz heiße Eisen im RSO-Rennstall: Der #397-Mazdafly flattert auf einem echten Höhenflug durch die Eifel und brennt darauf, dem Triumph beim letzten Rennen gleich den nächsten Sieg folgen zu lassen und damit die Vorschusslorbeeren aus der Pre-Season endgültig zu ernten. Nachdem durch einen Meldefehler ausgerechnet die ärgste Konkurrenz vom Team Potato fehlt, stehen die Vorzeichen auf Sieg. Aber ein Langstreckenrennen ist eben lang, daher gilt für Stephan, Tobi und Elmar höchste Konzentration über die gesamte Renndistanz, um diese Chance zu verwandeln.

Mehr als nur Rückendeckung könnte dabei die #398 sein: Alex, Patrick und Hendrik zeigen seit Saisonstart die wohl größte Leistungssteigerung und sind inzwischen von ehemals sechs Sekunden Rückstand pro Runde auf knapp eine Sekunde an die #397 herangefahren. Unter normalen Bedingungen dürfte es wohl noch nicht reichen, um die Teamkollegen herauszufordern, aber was ist in der vVLN schon normal? Und genau deswegen ist das Trio auch heiß darauf, nach dem kleinen Rückschlag beim letzten Lauf, mindestens das  Podium wieder ins Visier zu nehmen und dabei zur Stelle zu sein, falls es bei der #397 mit der Konzentration doch nicht so klappen sollte.

Auch wenn der neue Audi RSO8 LMS GT3 im nagelneuen Töfi-Design absoluter Favorit für den neuen Publikumsliebling ist, müssen Hauke, Thomas und Manuel sich erstmals in Grid 2 beweisen. Und plötzlich sind die Vorzeichen für die #117 völlig anders:  In Grid 2 gehört das Trio zur Top 5 und muss sich damit auf einen etwas anderen Rennverlauf einstellen als sonst. Gelingt das Qualifying, so geht das neue Einsatzfahrzeug aus dem vorderen statt wie in Grid 1 im hinteren Mittelfeld ins Rennen und zählt so zum engeren Favoritenkreis für eine Podiumsplatzierung. Doch der Schein könnte trügen, denn mit MSP-Drivers-Home, 1ROW Simsport, Pure Racing Team, KoD-eSport oder Alpine Eagle Racing scharen sich große Namen an der Spitze, die ebenfalls nicht so recht mit den vielen Neuerungen zurecht kamen. Und so könnte Debutant Thomas das Zünglein an der Waage werden: Thomas verfügt über jahrelange SimRacing-Erfahrung und konnte bereits eindrucksvolle Siege in der Playstation-Liga, in der GTRP-Cup-Series by Broda oder der RNC einfahren und auch in Assetto Corsa feierte er auf Anhieb Erfolge. Unter anderem durch seine Teilnahme an den GTRC-24-Stunden von Andernach konnte beweisen, dass er auch auf der Nordschleife jeden Streckenzentimeter kennt. Dass dies nicht nur Erfolge aus der Vergangenheit sind und er für Hauke und Manuel die perfekte Verstärkung sein wird, hat er durch die schnellste PQ-Zeit des Trios bewiesen. Die #117 formt sich dadurch allmählich zu einem ernsthaften Herausforderer in der GT3-Klasse der vVLN. Der vierte Lauf gilt somit als Ehrenrunde vor dem Saisonhighlight in drei Wochen!

Der vierte Saisonlauf der AVIA vVLN by SimRacing Deutschland e.V. steht zusammenfassend unter einem sehr verheißungsvollen Stern für Rennsport Online: SRD TV überträgt am Freitag beide Grids live für alle Fans und Interessierten. Wir sind gespannt auf das nächste Kapitel der RSO-Erfolgsgeschichte! – #gorso

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Ergebnisübersicht:

Team RSO #117
Fahrzeug: Audi RSO8 LMS GT3
Fahrer: Manuel | Hauke | Thomas
Grid 2 – PQ-Position 24 – 08:00.745 min

Team RSO #297 by GTTempel
Fahrzeug: Ruf C-Spec Cup
Fahrer: Tino | Angelo
Grid 1 – Position 2 – 08:20.804 min

Team RSO #397
Fahrzeug: Mazda MX5 Cup
Fahrer: Stephan | Elmar | Tobi
Grid 1 – PQ-Position 1 – 09:48.194 min

Team RSO #398
Fahrzeug: Mazda MX5 Cup
Fahrer: Alex | Hendrik | Patrick
Grid 1 – Position 2 – 09:49.662 min