Rennbericht: iRacing official 24 hours of the Nürburgring

Manuel Allgemein, iRacing, iRacing Official

Wenn du denkst es geht nicht mehr, dann kommt Rennsport Online her und stürzt dich ins Freudenmeer!

[Nürburg] – So oder so ähnlich muss sich dieser Tage die RSO-Presseabteilung vorkommen, wenn sie wiedereinmal durch die sportliche Darbietung dazu aufgerufen ist, neue Superlative für eben diese zu finden.  Und nicht weniger hat Team RSO für das vergangene Wochenende verdient: beim offiziellen 24-Stunden-Rennen von iRacing siegt Rennsport Online mit seinem Global Mazda MX5 #397 im ersten sowie mit seinem Audi RSO8 LMS GT3 #197 im zweiten Grid! Was für eine [dieser Superlativ könnte ihren Namen tragen] Vorstellung!

Anders als in der iRacing VLN Endurance Series diente für die Einteilung der fast 400 gemeldeten Teams in die je 60 Startplätze fassenden Grids dieses Spezialevents nicht die Qualifikationszeit sondern ausschließlich das iRating der gemeldeten Fahrzeugbesetzung: während der RSO-Mazda dabei vor allem durch die Ratings von Tobias und Elmar locker im Topsplit landete, bangte unser Audi bis zuletzt um einen der wenigen GT3-Plätze. Als um 15 Uhr am Samstag die Rennleitung von iRacing schließlich bekannt gab, dass es knapp nicht gereicht hatte, überwog zunächst die Enttäuschung, sich nicht auf der größten Bühne präsentieren zu können und beide Fahrzeuge fuhren parallel in zwei getrennten Rennen. Dennoch, eben dass die Fahrerbesetzung Phil, Tino, Thomas, Hauke und Manuel “nur” für Split 2 gereicht hat, zeigt eindrücklich, wie hoch die Konkurrenzdichte ist.

Dem Quintett blieb ohnehin nur wenig Zeit sich mit den Kunjunktiven der Grideinteilung zu beschäftigen, da das Rennen direkt im Anschluss begann. In 8:12,548 Minuten hatte Startfahrer Phil eine Qualifyingzeit gesetzt, die für die Poleposition mehr als genug war; apropos Konjunktiv, damit wäre im Topsplit Startplatz fünf drin gewesen…Fahrradkette. Gefolgt von Team JIM Thrustmaster, RevolutionSimRacing, Vendaval Simracing Azul oder dem Baseline Racing Team eröffnete die #197 die 24-stündige Hatz um die schönste und herausfordernste Rennstrecke der Welt.

iRacing 24h Nürburgring – Start at Grid 2

 

iRacing 2016 24h Nürburgring 1Führte das Feld von der Poleposition in das 24-stündige Rennen:
Phil im #197 Audi von Rennsport Online

iRacing 2016 24h Nürburgring 2Wie an der Perlenkette: Nach einer fairen und rücksichtsvollen Startphase sortiere sich das Feld schnell, angeführt von der #197

Die Konkurrenz scheute vor übermotivierten Angriffen zurück, was in einer sehr geordneten und fairen Startphase resultierte. So konnte Phil seine Führungsposition zunächst behaupten, musste sich in der ersten Rennstunde jedoch stetiger Attacken des JIM Thrustmaster-Audis erwehren, die seine Nerven und Konzentrationsfähigkeit bereits früh auf die Probe stellten. Fehlerfrei, schnell und dank einem ungeheuserlich schnellen Setups zermürbte Phil die Konkurrenz. Dem hohen Tempo konnte früh bereits nur ein kleiner Favoritenkreis folgen, während der Rest des Feldes zunehmend abreißen lassen musste. Nach der ersten Rennstunde hatte sich so eine Fünfergruppe gebildet, die ununterbrochen von der #197 angeführt wurde.

iRacing 2016 24h Nürburgring 15Doppelt gefordert: Phil hielt das Tempo in der Startphase des Rennens hoch und riss das Feld so stetig auseinander, zugleich musste er sich der Attacken der Konkurrenz erwehren

iRacing 2016 24h Nürburgring 13Top 5: Kurz vor der ersten Boxenstopprunde hatte sich der Favoritenkreis an der Spitze bereits stark ausgedünnt

Durch einen zwei Sekunden kürzeren ersten Boxenstopp entledigte sich Phil dann den direkten Verfolgern, die ohne Windschatten nun erhebliche Mühen hatten, sein Tempo mitzugehen. Seine Erfahrung spielte er anschließend im zunehmenden Überrundungsverkehr aus und legte bis zu seinem zweiten Stopp rund 35 Sekunden zwischen sich und den JIM Thrustmaster-R8 LMS GT3. Nach diesem brillianten Doppelstint übergab er an Tino, der ebenfalls zu einem Doppelstint ins Cockpit kletterte. Bereits beim 24-Stunden-Rennen vom Simracing Deutschland e.V. hatte man erfolgreich die Vorteile der Doppelstints nutzen können, weshalb die Piloten auch für dieses Rennen je zweieinhalb Stunden im Auto blieben. Insbesondere um den Rythmus zu finden und sich an die ständig ändernden Streckenbedingungen anzupassen, bietet diese Strategie enorme Vorteile.

Während Tino dort anknüpfte wo Phil aufgehört hatte, machte die Konkurrenz erste Fehler: Vendaval Simracing leistete sich zunächst in Rennstunde drei im Überrundungsverkehr einen Feindkontakt, der zu einer zweiminütigen Reparatur führte, nur um in Rennstunde fünf nach einem Fahrfehler weitere fünf Minuten einzubüßen. Und auch JIM Trustmaster verabschiede sich nach knapp vier Rennstunden aus dem Spitzenkampf und musste nach einem heftigen Unfall das Rennen gar beenden. Einzig RevolutionSimRacing und das Baseline Racing Team spulten unversehrt ihre Runden ab und folgten der #197 mit rund zwei Minuten Rückstand als Manuel nach gut fünf Rennstunden den Audi RSO8 LMS GT3 übernahm. Wie ein schweizer Uhrwerk spulte auch er seine Runden ohne Aufregung und Fehler ab. Als er am späten Abend das Lenkrad an Thomas für dessen Spätschicht weiterreichte, betrug der Vorsprung auf RevolutionSimRacing dann bereits schon dreieinhalb Minuten.

Thomas reihte sich in der Folge nahtlos in die Vorstellung seiner drei Teamkollegen ein und brummte der Konkurrenz Sekunde um Sekunde auf, ohne dabei ein zu großes Risiko einzugehen. Tino und Phil manövrierten den strahlend blauen GT3-Boliden unaufgeregt sowie geduldig und mit Übersicht durch den Verkehr und in die frühen Morgenstunden. Hauke assistierte ihnen dabei als Spotter und trug so maßgeblich dazu bei, dass Thomas und Manuel ausgeruht und ausgeschlafen am Morgen wieder ins Cockpit steigen konnten. Um kurz nach halb sieben am Morgen war es dann so weit und Thomas überrundete die zweit- und (inzwischen wieder) drittplatzierten von RevolutionSimRacing und Vendaval Simracing Azul. Erstere hielten sich ohne größere Zwischenfälle lange Zeit in der ersten Verfolgerrolle, während Vendaval sich mit hohem Risiko aber schnellen Rundenzeiten schrittweise wieder nach vorne fuhren.

iRacing 2016 24h Nürburgring 1-1

Brummte der Konkurrenz zum Frühstück eine Runde Rückstand auf: Thomas überrundete am frühen Sonntagmorgen die zweit- und drittplatzierten von RevolutionSimRacing (#65 vorne) und Vendaval Simracing Azul (#6 hinten)

Durch weitere kleinere Zwischenfälle bei der Konkurrenz konnte die #197 ihren Vorsprung während dem Sonntagsfrühstück bei circa 12 Minuten stabilisieren und konzentrierte sich in den letzten Rennstunden darauf auch weiterhin fehlerfrei zu bleiben; war doch der Vorsprung in sportlicher Hinsicht mehr als komfortabel, ein Fehler hätte jedoch genügt um das Rennen doch noch zu verlieren. Doch Schlussendlich ließen sich Phil, Tino, Thomas, Hauke und Manuel die Butter nicht mehr vom Brot nehmen und sicherten sich überlegen den Gesamtsieg des zweiten Splits beim offiziellen 24-Stunden-Rennen von iRacing! Nach einer fehlerfreien und konstant schnellen Vorstellung, bei der sie die Führung des Rennens zu keinem einzigen Zeitpunkt abgegeben haben, überquerten sie unter dem tosenden Applaus der Zuschauer die Ziellinie:

iRacing 2016 24h Nürburgring Zieldurchfahrt #197 Audi R8 LMS GT3

 

Rennsport Online erzielt den größten Erfolg der (iRacing-)Teamgeschichte: Sieg beim 24-Stunden-Rennen von iRacing

Dank Tobis und Elmars Errungenschaften der letzten Jahre konnte sich die #397 sicher für das Topsplit des 24-Stunden-Rennens qualifizieren. Dekoriert mit zwei Laufsiegen in der vVLN, dem Mazda-Klassensieg beim SRD 24-Stunden-Rennen sowie dem beachtlichen zweiten Platz beim VLN Endurance Saisonauftakt, galt der RSO-Mazda ohnehin als Geheimfavorit für eine Podestplatzierung. Startposition vier unterstrich diese Ambitionen von Elmar, Tobi, Alex, Stephan und Patrick zusätzlich. Doch neben der bereits bekannten und weltklasse Konkurrenz von Team Potato oder GTN Racing gesellte sich auch die Weltelite in den Favoritenkreis, zu denen unter anderem Glacier Racing, Radicals, Thrustmaster Mivano oder das Rookie Racing Team (RRT) zählen. Und so wurde schnell klar, dass das RSO-Quintett vor allem die Trumpfkarten der Konstanz und Erfahrung in der Hand hielt und über die Renndistanz ausspielen musste, wenn die Konkurrenz Fehler machen sollte.

Startpilot Alex bekam schnell zu spüren, mit welchen Ambitionen die Konkurrenten in das Rennen gingen: mit Mühe, Not und einer gehörigen Portion Windschatten klammerte er sich an das Spitzentrio, das angeführt vom RRT mit Fabelzeiten in das Rennen startete. Bereits nach einer halben Runde hatte sich eine Fünfergruppe gebildet, in der sich Alex jedoch erfolgreich festbeißen konnte. Live eingefangen vom australischen Broadcaster v8sonline konnte die ganze Welt dabei zusehen, auf welchem Niveau RSO mit seinem Mazda mitspielte. Dass in den ersten zwei Stunden aufgrund technischer Schwierigkeiten die Fahrzeuglackierung noch nicht sichtbar war, ist zunächst ärgerlich gewesen, sollte sich aber nicht rächen…

Part 1: 24 Hours Nürburgring (Hours 1-6)

Provoziert durch das hohe Tempo der Anfangsphase leistete sich der Glacier-Mazda zur Mitte des ersten Stints zwei kleinere Fahrfehler, die das Quintett an der Spitze aufbrachen. Vorne fuhren RRT und Radicals weg, dahinter duellierten sich RSO und Glacier um Rang drei, neun Sekunden hinter dem Führungsduo. Nach rund eineinhalb Stunden erfolgte der erste Boxenservice inklusive Fahrerwechsel: Stephan kletterte trotz Verletzung in das enge Mazda-Cockpit und lieferte anschließend ab, als wäre nie etwas gewesen: Joni Bäckman von Glacier Racing konnte dem Tempo nicht folgen und Stephan sicherte sich schnell Rang drei. Auch auf den Radicals-MX5 konnte er aufschließen und in der dritten Rennstunde schließlich sogar bis auf Rang zwei vorfahren! Das Tempo vom RRT war jedoch nochmals höher und die #397 begab sich in Lauerstellung, statt auf die Jagt. Inzwischen pflügten die schnelleren Klassen immer wieder durch das Mazda-Feld, weshalb auch die Rundenzeiten großen Schwankungen unterlagen und das Risiko in einen Unfall verwickelt zu werden, allgegenwärtig war. Tobi übernahm in der vierten Rennstunde das Lenkrad von Stephan und hielt den kleinen Rennfloh sicher auf Rang zwei. Während RRT sich an der Spitze weiterhin mit hohem Risiko und Tempo auf und davon machte, änderte Rennsport Online seine Taktik wie geplant auf Risikominimierung: aus eigener Kraft ging nach vorne kaum etwas, nach hinten konnte Tobi jedoch den zweiten Rang gegen Radicals sichern und sich von Glacier gar weiter absetzen.

Die fünfte Rennstunde zeigte dann eindrücklich, wie schnell ein 24-Stunden-Rennen vorbei sein kann, zunächst wurde Glacier in einen heftigen Unfall verwickelt, der mit deren Rennende gleichbedeutend war und auch Radicals erlitt gleich mehrere kleinere Schäden am Auto und verlor den Anschluss an RSO sowie den dritten Rang an Mivano. An der Spitze hatte das RRT seinen Vorsprung hingegen auf knapp eine Minute ausgebaut. Im anschließenden Stint griff erneut Stephan ins Lenkrad und konnte den Rückstand bis in die Abendstunden hinein konstant halten, während er den Vorsprung auf Rang drei auf über drei Minuten ausbauen konnte. Vom anstrengenden und aufregenden Startstint erholt, begann Alex während der Abendschicht dann plötzlich die Jagt auf das RRT, als deren Vorsprung stetig schmolz. De la Nuez, der inzwischen den RRT-Mazda pilotierte, konnte das Renntempo von Alex nicht mitgehen und RSO holte Runde um Runde auf: Rennsport Online hatte Blut geleckt!

Mixxer7Einzelzeitfahren ab Stunde vier: der #397 Mazda durch konstante und fehlerfreie Fahrt in Lauerstellung

Mixxer6Fiel nicht nur durch die sportliche Leistung auf: Für das schicke Popgymnastik-Gewand heimste RSO  jede Menge Komplimente ein

mazda-dreckig aber in Form

Spielte gegen die schwächelnde Konkurrenz spät aber erfolgreich seine Trümpfe aus: die #397 siegt dank Konstanz, Fehlerlosigkeit und Erfahrung beim offiziellen 24-Stunden-Rennen von iRacing!

Kurz vor Mitternacht übergab Alex die #397 an Patrick und hatte den Rückstand von fast einer Minute auf nur noch sieben Sekunden abgeknabbert. Dennoch verfiel man nicht in den Glauben nun alles geben zu müssen, sondern fuhr unaufgeregt weiter: Patrick und Elmar wechselten sich durch die Nacht hindurch am Steuer des MX5 ab und blieben vor allem fehlerfrei. Genau das war jedoch gar nicht so einfach, da mit zunehmender Renndauer die Konzentration im gesamten Feld stetig abnahm, was zu einigen Schreckmomenten auch für die #397 führte. Mehrmals mussten Patrick und Elmar bei Überrundungen quasi aus dem Weg springen und mit teils haarsträubenden Manövern sicherstellen, nicht getroffen zu werden. Beeindruckt durch diese Ausweichmanöver, schraubten beide das Tempo nochmals herunter, um sicher und unfallfrei zu bleiben. Im Gegensatz dazu erhöhte man beim RRT das Tempo und Risiko, offensichtlich hatte man in deren Lager zur Kenntnis genommen, dass Rennsport Online durchaus eine ernsthafte Konkurrenz darstellte. Zwar wuchs durch diese Umstellungen der Strategie der Rückstand der #397 bis in die frühen Morgenstunden auf rund zweieinhalb Minuten an, doch gerade als sich die Zuschauer damit anzufreunden begannen, dass das RRT nicht zu schlagen sei, unterliefen ihnen in kurzer Abfolge zwei Fahrfehler, welche deren Fahrzeug doch arg beschädigten.

Plötzlich war der RSO-Renner das einzige Fahrzeug im Feld, welches unbeschadet war, und das Qunitett spielte nun unwiderstehlich seine Trümpfe aus: rund 15 Sekunden schnellere Rundenzeiten ließen den Rückstand zunächst rasant schmilzen und resultierten in der erstmaligen Führung gegen vier Uhr morgens! Diese gaben Stephan, Tobi, Alex, Elmar und Patrick nicht wieder her: konzentriert, unaufgeregt und sich ihrer riesigen Vorteile gegenüber der Konkurrenz bewusst, spulten sie ihre Runden ab und bauten ihre Führung stetig aus. Für ihre fehlerfreie Fahrt und das unbeschadete Fahrzeug ernteten sie mehrfach Komplimente der Zuschauer, Konkurrenten oder Kommentaroren, wie auch für die “amazingly detailed and beautiful livery” aus der Designschmiede von www.popgymnastik.de. Und so wurden die letzten Rennstunden zu einer Triumphfahrt für das gesamte Team von Rennsport Online, die nach 138 Runden und eingefangen von Racespot TV mit dem Sieg bei den 24 Stunden von iRacing gekrönt wurde. WAS! FÜR! EIN! SIEG!

Part 4: 24 Hours Nürburgring (Hours 18-24)

Endergebnis nach 24 Stunden:

ResultPoleposition,  schnellste Rennrunde, ununterbrochen geführt und am Ende mit über einer Runde Vorsprung gesiegt: Phil, Tino, Hauke, Thomas und Manuel in der #197

ResultMX5Durch Konstanz, Fehlerlosigkeit und eine unaufgeregte und konzentrierte Vorstellung zum überlegenen Sieg gefahren: Stephan, Alex, Tobi, Elmar und Patrick in der #397